Reden über Gott und die Welt

Integration - Auftrag und Chance

Inwieweit ist das vieldiskutierte Kopftuch bzw. Burkaverbot hilfreich für die Integration? Ist es richtig, dem Islam generell Gewaltbereitschaft oder Frauenfeindlichkeit zu unterstellen?

Auch über diese Fragen wurde in der Serie „Reden über Gott & die Welt“  am 6. April im AndritzerBegegnungsCentrum unter dem Thema „Islamophobie oder gelungene Integration“ diskutiert. MMag.Dr. Maximilian Lakitsch, Friedens- und Konfliktforscher an der UNI Graz, wies zu Beginn auf die Komplexität beim Thema Integration hin: die Menschen, die zu uns kommen, werden als Gruppe gesehen, dabei hat jeder Mensch eine eigene Identität, mit vielen unterschiedlichen Interessen und Eigenschaften. Probleme müssen rechtzeitig erkannt und entsprechend darauf reagiert werden. „Diversity Management“ (Vielfaltsmanagement) ist wichtig, um die Vielfalt in der Gesellschaft wahrzunehmen, anzuerkennen und wertzuschätzen. Wenn das nicht gelingt, entstehen Spannungen.

Bei den Diskussionen der TeilnehmerInnen untereinander wurde deutlich, dass der persönliche Kontakt mit Flüchtlingen der erste Schritt für gelungene Integration ist. Gerade in Andritz  beweist das Projekt MIA (Miteinander in Andritz), dass das Verständnis füreinander  durch gemeinsame Aktivitäten wesentlich gestärkt werden kann: Deutsch-Cafes, Unterstützung der Kinder in schulischen Belangen oder sportliche Aktivitäten werden von Ehrenamtlichen angeboten und von den in Andritz lebenden Asylwerbern gerne angenommen.

Moderator und KAB-Vorsitzender Hannes Labner wies darauf hin, dass Integration keine Einbahnstraße ist und untermauerte dies mit der  Aussage von Papst Franziskus in Evangelii Gaudium:  „Wir Christen müssten die islamischen Einwanderer, die in unsere Länder kommen, mit Zuneigung und Achtung aufnehmen, so wie wir hoffen und bitten, in den Ländern islamischer Tradition aufgenommen und geachtet zu werden.“ (EG 253)

Erich Hohl, Integrationsbeauftragter der Diözese, betonte in seinem Schlusswort, dass Integration einerseits kirchlicher Auftrag (Nächstenliebe als Grundpfeiler des Zusammenlebens), andererseits auch Herausforderung und Chance ist; gerade die vielen Ehrenamtlichen, die sich in Pfarren und Einrichtungen in konkreten Projekten engagieren, ermöglichen gelungene Integration. Er bedankte sich für dieses vielfältige Engagement und forderte auch auf, neue Projekte umzusetzen: denn für Integration ist es nie zu spät, man kann immer damit anfangen. So wurde auch überlegt, eine Folgeveranstaltung zu planen: eine gemeinsame Begegnung im ABC mit Flüchtlingen, damit wir nicht nur über diese Menschen, sondern mit ihnen reden.





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